Wohnen in Berlin und Umgebung wird immer teurer

Der Berliner Immobilien- und Kapitalanlagespezialist Andreas Schrobback sieht in seiner Stadt die Preise für Immobilien und Mietwohnungen immer weiter steigen. Ein Grund: Die Preise für Grundstücke in Berlin selbst und im sogenannten Berliner Speckgürtel (die unmittelbare Randbesiedelung Berlins) sind in 2015 quasi nach oben geschossen. Und die Indikatoren für die weitere Zukunft sehen leider nicht besser aus. Mancher meint zu der Situation Berlins, dass man im näheren Umland günstigere Wohnmöglichkeiten finden könnte. Doch auch hier nehmen die Möglichkeiten rapide ab. In 2015 stiegen z. B. die Preise für Bauland in Potsdam (z. B. für mehrstöckige Wohnungsbauten) um unglaubliche 80 %, in Brandburg war generell ein Anstieg von ca. 50 % zu verzeichnen. Ganze Immobilien sind schon heute Luxusgut und nur für Bezieher außergewöhnlich hoher Einkommen erschwinglich – durchschnittlich 250.000 Euro sollte man ansetzen, in Potsdam über 400.000 Euro, In Glienicke und Teltow ca. 500.000 Euro und z. B. in Kleinmachnow dann schon 700.000 Euro. Um merklich günstigere Preise zu erhalten, müssen Interessenten sehr viel weiter auswärts suchen. So kosten Eigenheime weit außerhalb des Speckgürtels nur noch um die 107.000 Euro oder sogar nur 60.000 Euro wie im Elbe-Elster-Kreis. Dieser ist allerdings dann schon 2 Stunden mit dem Auto von Berlin entfernt und für die meisten Menschen allein deshalb schon nicht mehr wirklich interessant.



Wie haben sich die Mietpreise in den letzten Jahren entwickelt?


Zum Vergleich: Die Mietpreisentwicklung für eine durchschnittliche 60 m²-Wohnung in Berlin, seit 2011, in Klammern der Bundesdurchschnitt:
2011 – 6,17 € je m² (5,56 € je m²)
2012 – 6,74 € je m² (5,69 € je m²)
2013 – 7,40 € je m² (5,93 € je m²)
2014 – 8,07 € je m² (6,12 € je m²)
2015 – 8,77 € je m² (6,56 € je m²)
Diese Preisentwicklung passierte auch aufgrund der enormen Nachfrage am Berliner Immobilienmarkt. Jedes Jahr kommen in Berlin etwa 30.000 bis 40.000 Neubürger hinzu und wo überhaupt noch möglich, sprießen Neubauten. Trotzdem kann man der Nachfrage nicht gerecht werden, denn notwendig wären etwa 20.000 neue Wohneinheiten jährlich, in 2014 wurden aber beispielsweise nur ca. 8.800 fertiggestellt. Eine Besserung scheint zudem nicht in Sicht. Daher ist es nur logisch, wenn die Preise für Immobilien und Mieten entsprechend anziehen – mittlerweile leider so stark, dass sich nur noch Besserverdienende überhaupt eine Wohnung oder eine Immobilie in Berlin leisten können. 



Stadtbild und Wohnansprüche verändern sich


Weitere Folgen der aufgezeigten Entwicklung sind die Änderungen im Stadtbild und bei den Wohnansprüchen. Innenhöfe werden zugebaut, vorhandene Immobilien ausgebaut, auf bisherigen Brachflächen entstehen Stadthäuser oder Luxuswohnungen. Berlin wird künftig auch immer mehr von einer imposanten Skyline geprägt sein, denn Hochhäuser wie das „Upper West“ oder die geplanten Hochbauten „Alexanderplatz Residential“ oder ein Hochhaus eines russischen Investors verändern auch den Blick von der Ferne auf Berlin.
Gleichzeitig fragen Interessenten immer häufiger nach kleinen, günstigen Wohnmöglichkeiten – beispielsweise Mini-Apartments mit 20 oder 30 m². Wer die Preise nicht zahlen kann, gibt sich auch mit weniger Platz zufrieden, damit eine Wohnmöglichkeit in der Nähe gefunden werden kann. Diese Entwicklung wird auch in Zukunft das Stadtbild und die Entwicklung in Berlin nachhaltig beeinflussen. Hier sind aber auch Wirtschaft und Politik gefragt, nach effektiven Lösungen zu suchen.

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