Andreas Schrobback Wirtschaftskanzlei warnt: Kommt die Rente 67 plus?

Um die aktuelle Rentendebatte geht es in einem kürzlich erschienenen Artikel von finanzen100. Er wirft die Frage auf, ob die Rente mit 67 plus kommen wird oder nicht. Das deutsche Rentensystem ist überlastet und es ist keine Rettung in Sicht, denn die Überalterung hierzulande schreitet auch in den nächsten Jahren voran. Somit müssen immer weniger jüngere die immer größer werdende Zahl an Rentnern finanzieren. Zudem steigt die Lebenserwartung der Menschen an. Viele Politiker haben eine dafür nun eine einfache, aber wenig populäre Lösung parat: Länger arbeiten! Erhöht sich das Renteneintrittsalter, müssen länger Rentenbeiträge gezahlt werden und die Rentenzahlungen setzen später ein. Steigt das Renteneintrittsalter nicht, würden sich – damit die Finanzierung gewährleistet ist – die Rentenbeiträge laut einer aktuellen Studie von derzeit 18,7 % auf ca. 23,7 % bis zum Jahr 2040 erhöhen. Das Rentenniveau würde dabei um 6,4 % auf 41,7 % sinken.

Was bedeutet längeres Arbeiten in der Folge?

Neben der Beitragsstabilität würde längeres Arbeiten auch bedeuten, dass weniger Steuergeld in die Rentenkasse eingebracht werden muss. Der Zuschuss des Bundes in 2040 läge bei einem Rentenbeginn von 67 bei rund 120 Milliarden Euro – bei 65 Jahren müssten 4 Milliarden hinzugerechnet werden. Die Staats- und Rentenkassen würden also bei späterem Renteneintritt merklich entlastet – doch was wird aus dem Arbeitnehmer? Eine private Vorsorge ist auch trotz späterem Renteneintritt notwendig und natürlich steigt die Belastung aus einem Arbeitsverhältnis im Alter noch an, da die Leistungs- bzw. Belastungsfähigkeit nachlässt. Gerade bei körperlich fordernden Arbeiten mit vergleichsweise geringen Löhnen würde dies die Betroffenen mit besonderer Härte treffen. Hierunter fallen viele Berufsbilder, beispielsweise Handwerker, Mechaniker oder auf dem Bau Beschäftigte. Die Thematik ist nicht neu und sorgt schon seit vielen Jahren für emotional geführte Debatten. Eine Pauschallösung ist nicht in Sicht und es wird schwierig, das Rentensystem in seiner jetzigen Form überhaupt aufrecht zu erhalten, da immer mehr Beiträge notwendig sind. 

Kommt die Rente mit 67 plus?

In die Zukunft zu schauen, ist immer schwierig. Doch derzeit steht eine Rente 67 plus nicht zu erwarten. Nachdem Finanzminister Schäuble noch Anfang April für eine an die steigende Lebenserwartung angepasste Koppelung des Renteneintrittsalters plädierte, gab es zunächst heftige Kritik. Derzeit sehen die Pläne vor, dass die Altersgrenze schrittweise von 65 auf 67 bis 2029 angehoben wird. Für die Jahre danach kann eine weitere Anhebung durchaus möglich sein, um ein Absacken des Rentenniveaus zu verhindern. Da das Rentensystem ohne Einschnitte bei Niveau, Beitragshöhe oder Renteneintrittsalter nicht zu halten ist, werden wahrscheinlich entsprechende Schritte folgen. Es bleibt abzuwarten, ob, wann und in welchem Ausmaß entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Für die Menschen in unserem Land bedeutet dies, neben der aktuellen sowieso schon notwendigen privaten Vorsorge auch dafür Sorge zu tragen, dass eine Arbeitsstelle, die im Alter so nicht weiter ausgeführt werden kann, möglichst eine Alternative zu finden. Mit Sicherheit werden hier auch weitere Maßnahmen notwendig werden, damit bestimmte Berufe nicht benachteiligt werden.