Rentenniveau könnte auf unter 40 % des Einkommens sinken

Nach einem aktuellen Bericht der Wirtschaftswoche könnte das Rentenniveau in Deutschland unter 40 % des derzeitigen durchschnittlichen Einkommens sinken. Dies zeigen Berechnungen des Arbeitsministeriums unter Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Die künftige Entwicklung des Rentenniveaus ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema in Politik und Gesellschaft. Bekannt ist schon lange, dass eine zusätzliche, private Vorsorge getroffen werden muss, um den Lebensstandard im Alter halten zu können, weil dies allein aus der gesetzlichen Rente in der Regel nicht realisierbar ist. Das Ministerium ist derzeit damit beschäftigt, zu ermitteln, wie sich das Rentenniveau gemessen am Durchschnittseinkommen in Deutschland bis zum Jahr 2045 entwickeln wird. Diese Prognose läuft nach aktuellen Berechnungen auf ein weiter absinkendes Rentenniveau hinaus. Gemindert um Steuern und Sozialabgaben könnte demnach das Rentenniveau auf unter 40 % des Durchschnittseinkommens sinken. Eine bisherige Prognose – welche bis zum Jahr 2029 reichte – hatte ein Absinken von derzeit 47,9 % auf 44,6 % prognostiziert. Somit wird das Rentenniveau nach den derzeitigen Erkenntnissen weiterhin rapide sinken.



Worin liegt das weitere Absinken des allgemeinen Rentenniveaus begründet?


Als entscheidender Faktor ist vor allem das Verhältnis der Rentenbezieher zu der Zahl der Beitragszahler zu sehen, meint Andreas Schrobback – seit vielen Jahren erfolgreich als Finanzanlageprofi und Immobilienfachmann auf dem deutschen Markt aktiv. Durch das bei der gesetzlichen Rentenversicherung praktizierte Umlageverfahren werden die Ausgaben (Rentenzahlungen) zum größten Teil aus den laufenden Beitragseinnahmen finanziert. Hinzu kommt ein Zuschuss des Bundes. Steigt die Zahl der Rentenbezieher aufgrund der immer höheren Lebenserwartung an, verändert sich das Verhältnis für die Beitragszahler entsprechend ungünstig. Besonders bemerkenswert an dieser Entwicklung ist, dass die Zahl der Beitragszahler in der Rentenversicherung in den letzten Jahren sogar ebenfalls zugenommen hat (Stand 2014: 36,5 Millionen aktiv versicherte Beitragszahler), gleichzeitig jedoch die Zahl der Rentenempfänger überproportional angestiegen ist. Mit den heute gut ca. 18 Millionen Rentenbeziehern kommen etwa 2 Beitragszahler auf einen Rentner, in 1962 waren dies etwa dreimal so viele Beitragszahler. Diese Entwicklung wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Etwa ab dem Jahr 2020 werden die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, womit sich die Zahl der Rentenbezieher weiterhin deutlich erhöht. Zusätzlich bedeutet dies, dass damit die Größe der Erwerbsbevölkerung abnimmt und sich somit das Verhältnis noch weiter verschlechtert.


Wie kann gegengesteuert werden?


Die Politik hat in den letzten Jahren einige Reformen vorgenommen. So wurde der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor eingeführt, welcher den Anstieg der Renten bei schnell wachsender Zahl der Rentner abdämpft. Zusätzlich gibt es einen Beitragssatzfaktor, welcher die Rentenanpassungen bei steigenden Rentenversicherungsbeiträgen dämpft. Auf privater Seite erlangt die persönliche Vorsorge eine noch weiter zunehmende Bedeutung, so Andreas Schrobback. Wer sich nicht um eine private Zusatzvorsorge für das Alter bemüht, wird es später noch schwerer haben, den Lebensstandard zu halten. Dafür gibt es viele Angebote auf dem Finanzmarkt – es ist jedoch individuell unterschiedlich, welche Strategien bzw. welche Anlageprodukte dafür am besten geeignet sind. Wer dies nicht selbst beurteilen kann, sollte zu einem professionellen Finanzberater gehen. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, sich überhaupt darum zu kümmern, damit im Alter die wohlverdiente Rente auch zur Wahrung eines angemessenen Lebensstandards ausreicht. 

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