Deutscher Gewerkschaftsbund rechnet vor: 2030 sehr niedriges Rentenniveau

Ein aktueller Bericht des focus sollte viele Arbeitnehmer alarmieren: Der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) Bayern hat für 4 Berufsgruppen konkret berechnet, was das voraussichtliche Absinken des Rentenniveaus von derzeit 47,9 auf 43 % im Jahr 2030 bedeutet. Derzeit beträgt die Durchschnittsrente in Bayern für Rentenbezieher seit 2015 ca. 1.049 Euro im Monat für Männer und 616 Euro für Frauen. Schon jetzt müssen rund ein Viertel der Männer und die Hälfte der Frauen mit weniger als 600 Euro Rente auskommen. Der DGB hat nun in seinem „Rentenreport 2016“ detailliert anhand von 4 Berufsgruppen ausgerechnet, was das weitere Absinken des Rentenniveaus für konkrete Folgen hätte. Hierzu wurden statistische Daten für Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern, Gebäudereiniger und Köche ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd wie unten ersichtlich. Als Forderung daraus wird abgeleitet, dass die Rentenbeitragszahlungen früher und schneller angehoben werden müssten, um das Rentenniveau nicht soweit absinken zu lassen.

Kindergärtnerin und Krankenschwester

Am Beispiel der Kindergärtnerin sieht man ein Absinken der Rente von derzeit 773 Euro auf 694 Euro – also 79 Euro weniger. Zugrunde gelegt wurde ein Verdienst von 2.155 Euro für 39 Wochenstunden und 40 Beitragsjahre zur Rentenversicherung. Bei der Krankenschwester im öffentlichen Dienst ist es noch mehr Minus: Bei einem Verdienst von 2.741 Euro für 40 Wochenstunden erhält diese derzeit eine Rente von 830 Euro je Monat. Bei einem Absinken des Rentenniveaus auf 43 % wären dies nur noch 884 Euro, also 101 Euro weniger.

Gebäudereiniger und Köche

Bei einem Gebäudereiniger mit einer Arbeitszeit von 39 Wochenstunden und einem Verdienst von 1.656 Euro stellt sich die Rentenhöhe nach 40 Beitragsjahren um 61 Euro geringer dar – von derzeit 595 Euro auf 534 Euro. Köche mit einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden und einem Verdienst von 2.314 erhalten aktuell 830 Euro Rente je Monat. Nach einem Rückgang des Rentenniveaus auf 43 % wären dies nur noch 745 Euro, als 85 Euro weniger.

Deutliche Erhöhung des Rentenniveaus gefordert

Um die in diesen Beispielen genannten Abschläge zu vermeiden, müsse das Rentenniveau deutlich erhöht werden - so die Forderung des DGB. Dabei werden jedoch längere Arbeitszeiten abgelehnt, weil diese an der Lebenswirklichkeit vorbeizielen würden. Hier steht sogar schon die Rente mit 67 in der Kritik. Vielmehr müsse die Finanzierung über eine frühere und schnellere Anhebung der Rentenbeiträge erfolgen. Zudem müsse – gerade für Frauen – eine problemlosere Rückkehr in die Vollzeitbeschäftigung nach einer Kinderpause, ein Ausbau der Kinderbetreuung und die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gefördert werden. Mütterrenten sollten – so die Forderung – von allen Steuerzahlern finanziert werden und nicht nur durch die Beitragszahler.

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