Sorgenfreie Rente: So viel Geld ist notwendig, damit es sich später gut leben lässt

In einem aktuellen Artikel des focus wird beispielhaft vorgerechnet, wieviel Geld notwendig ist, um sorgenfrei in Rente gehen zu können und nicht auf die gesetzliche Rente angewiesen sein zu müssen. Als Faustformel gilt hierfür zunächst einmal, dass man ca. das 25-fache des heutigen Jahresbudgets dafür benötigt - doch es gilt auch, die Inflation und das tatsächlich zu erwartende Lebensalter zu berücksichtigen. Erhält man Leistungen aus der gesetzlichen Rente, mindert dies die Sparanstrengungen. Diese und andere Einflussfaktoren machen eine realistische Berechnung schwer. Der focus-Artikel beschäftigt sich deshalb einmal ausführlich mit dieser Thematik. 


Auf jeden Fall ist viel Kapital notwendig


Die beschriebene Faustformel geht von einer Lebenserwartung von 90 Lebensjahren und einem Renteneintritt mit 65 Jahren aus. Dies trifft natürlich nicht in jedem Fall zu. Auch unterscheiden sich Lebensstandards und Ansprüche. Auch durch inflationäre Einflüsse wird die Formel verändert - geht man beispielsweise von einer Inflationsentwicklung von 1,46 % im Jahr aus (dies ist die durchschnittliche Inflationsrate seit Euro-Einführung in Deutschland), so müsste z. B. ein heute 50-jähriger bis zum Renteneintritt 2034 und einem erwarteten Jahresbudget von 20.000 € eine Summe von 621.000 Euro ansparen, um unabhängig von der gesetzlichen Rente zu sein. Bei einem 40-jährigen und einem geplanten Renteneintritt mit 65 Jahren bei sonst gleichen Rahmenbedingungen wäre schon eine Summe von 718.000 Euro notwendig. Man sieht – je nach Lebenszeit, Inflation und Jahresbudget kommen da schnell exorbitante Summen zusammen – als Millionär ist es natürlich gut möglich, im Alter unabhängig zu leben. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass etwa angespartes Kapital unter Umständen bei der Auszahlung steuerpflichtig ist, d.h. um den Steuerbetrag korrigiert werden müsste.


Die Mehrheit der Deutschen ist weiterhin auf die gesetzliche Rente angewiesen


Wie an den obigen Zahlen ersichtlich, wird die Mehrheit der deutschen Rentner auch weiterhin auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenkasse angewiesen sein. Rechnet man Leistungen aus der gesetzlichen Versicherung mit ein, verringert dies die Sparlast deutlich. Nimmt man beispielsweise eine geringe Rentenzahlung aus der gesetzlichen Versicherung von 800 Euro je Monat an, müsste ein heute 20-jähriger bis zum Renteneintritt mit 65 Jahren „nur“ noch 51.446 Euro ansparen, um auf 10.000 Euro Jahresbudget im Rentenalter zu kommen. Dies ist eine absolut machbare / realistische Ansparleistung. Wichtig ist in jedem Fall, sich rechtzeitig und individuell über die eigene Situation bei Renteneintritt zu informieren und die zusätzlich notwendigen Ansparleistungen möglichst frühzeitig zu beginnen. Ein finanziell sorgenfreies Leben im Rentenalter bedingt in den meisten Fällen eine zusätzliche private Vorsorge, weil die Ansprüche aus gesetzlichen Kassen nicht ausreichen. 

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